Billy Joels "52nd Street" aus dem Jahr 1978 wird heute bei Umfragen nach dem besten Pop-Album aller Zeiten immer ganz vorne genannt. Für Joel war es damals der endgültige Durchbruch – zum ersten Mal erreichte er Platz 1 der US-Album Charts und gewann auch seinen ersten "Grammy". Dieer Erfolg war nicht auf einen Single-Hit alleine, sondern auf ein ausgewogenes Album zurückzuführen. Gleich der Opener "Big Shot" ist ein selbiger - ein großer Wurf, ein Rock-Song mit Rhythmus, bei dem aber - wie insgesamt auf diesem Album - das Klavierspiel von Joel deutlich akzentuiert in den Vordergrund tritt. Darauf folgt mit "Honesty" eine Ballade, vielleicht seine Antwort auf
Elton Johns "Sorry Seems To Be The Hardest Word" - aber mindestens genau so eindringlich.
"My Life" ist ein Ohrwurm zum Mitsingen, der auch der größte Single-Hit (Platz 3) in den Staaten wurde - auch "Zanzibar" ist eingängig, besticht aber durch deutliche Jazz-Elemente und vermittelt ein (Zanzi-)Bar Feeling. Mit "Stiletto" liefert er noch ein Bekenntnis zum Stöckelschuh (nicht unbedingt ein klassisches Lieblingslied), "Half A Mile Away" wird von Bläsersätzen dominiert und ein Funk-Bass vermittelt manchmal das Gefühl, als wolle sich auch Billy Joel dem Disco Sound der späten 1970er Jahre unterordnen - tut er aber zum Glück nicht. Opulent kommt dann die Schmonzette "Until The Night" daher, die wirkt, als seien die "
Righteous Brothers" in Billy Joel wiedervereinigt...