Die Erwartungen waren nach dem Mega-Erfolg von
"Born In The USA" unerträglich hoch - deshalb nahm sich Bruce Springsteen erst einmal drei Jahre Zeit, tourte extensiv, veröffentlichte eine Live-Box mit älterem Material - und nahm erst dann im heimischen New Jersey die Arbeiten am Nachfolger in Angriff. Schon auf dem Cover sieht man einen anderen Springsteen: Im schwarzen Anzug zum weißen Hemd statt mit Jeans und T-Shirt.
Entsprechen aufgeräumter präsentiert sich (leiser) auch seine Musik: Schon der kurze Opener "Ain't Got You" ist mehr ein Folk-Jauler denn ein Song, der zweite Titel, "Tougher Than The Rest", war der Plattenfirma zwar immerhin eine Single-Auskopplung wert - aber das wohl auch mehr mangels Masse, denn diese halbherzige Ballade unterbietet noch "I'm On Fire" vom Vorgänger-Album. Allerdings waren die Fans schon vorgewarnt: Schon der erste Single-Vorbote "Brilliant Disguise" war nichts Halbes und nichts Ganzes - kein Rocker, keine Ballade, eher eine radio-taugliche "Middle Of The Road"-Nummer.
Diese Tendenz zieht sich durch das ganze Album, dass seinen (wirklichen) Höhepunkt dann in meinen Ohren im Song "One Step Up" findet - ein Song, in dem Springsteen dann endlich wieder beweist, dass er ein genialer Songwriter ist und man ihm dafür die ein oder andere gesangliche Schwäche einfach verzeihen muss...