Die Veröffentlichung von "The River" war eigentlich bereits für den Herbst 1979 angesetzt. Damals sollte das Album nach dem Opener noch "The Ties That Bind" heißen und "nur" eine einfache LP werden. Die meisten Songs waren auch bereits fertig aufgenommen, Springsteen hatte noch viel Song-Material übrig, dass auf "Darkness On The Edge Of Town" keine Verwendung mehr gefunden hatte. Das ganze wäre auch sicher ein gutes Rock'n' Roll-Album geworden - aber der "Boss" war nicht zufrieden, wollte sich weiterentwickeln und ein paar "tiefgründigere" Songs mit auf den Longplayer nehmen, sowohl textlich, als auch musikalisch etwas jenseits des Uptempo-Rocks angesiedelt.
Also legte er noch mal nach und schrieb unter anderem den monumentalen Titelsong "The River", in der der Fluss buchstäblich zur Quelle des Lebens wird, in und um den sich alles abspielt. Aber auch Songs wie "Stolen Car" und "Wreck On The Highway" zeigten, dass Springsteen auch anders kam. Eingespielt mit der "E-Street-Band" und produziert u.a. von
Little Steven (Steven van Zandt), seinem Stamm-Gitarristen, bekamen auch diese Songs einen ganz eigenen Touch. Mit "Hungry Heart" hatte das Album dann auch ein Zugpferd, das dem "Boss" den ersten Top Ten-Hit in den US-Single Charts bescherte.
"The River" wurde - nicht nur weil es ein Doppel-Album war - zu einem Meilenstein der Rock-Geschichte und in Bruce Springsteens Karriere; hiermit hatte er den Sprung in den Mainstream und zum Superstar endgültig geschafft. Es war symptomatisch für die nächsten Jahre in seiner Entwicklung, dass er diesen sicheren Weg danach erst einmal wieder verließ, mit
"Nebraska" erst einmal wieder ein ganz anders geartetes, minimalistisches Album aufzunehmen, um dann mit
"Born In The USA" 1984 wieder alle zu versöhnen und endgültig zu überzeugen.