Album Nummer Sieben sollte Bruce Springsteen endgültig zum Mega-Star befördern -etwas überraschend, nachdem der Vorgänger
"Nebraska", aufgenommen mit minimalstem Aufwand, die Fans doch eher verstört hatte. Auf "Born In The USA" lieferte "The Boss" aber wieder grundsoliden Rock - das beginnt schon mit dem Titelsong, der plakativ am Anfang der Albums steht und aufgrund seiner reißerischen Titelzeile oft falsch verstanden und pseudo-patriotisch missbraucht wurde (wer auf den Text achtet, merkt, dass es eher eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz der Amerikaner im Vietnamkrieg war).
Nach vorne treibender Rock und eine "E-Street-Band" in Spiellaune sind die Markenzeichen dieses Albums. Mit "I'm On Fire" versucht er sich auch an einer Ballade; die sogar ein Single-Hit wurde, meiner Meinung nach aber keinesfalls zu den Highlights dieses Albums zählt. Das ist eher das fetzige, leicht 1960er Jahre getränkte "No Surrender", die Rock'n' Roll Nummer "Working On The Highway" oder der Shouter "Glory Days". Leider war "Born In The USA" dann aber auch erstmal das letzte waschechte Rock-Album Springsteens. Schon auf dem Nachfolger "Tunnel Of Love" präsentierte er sich optisch aufgeräumter und musikalisch gesetzter, um dann in den 1990er Jahren seine Folk-Seele wiederzuentdecken.