Am Anfang war der "Bump". "Do You Wanna Bump" ist die Keimzelle von "Boney M.", ein Song, den
Frank Farian irgendwann 1974 schrieb und als Disco-Thekenproduktion im Stile des aufkommenden Philly-Sounds produzierte. Da er damals nur als Schlagersänger bekannt war, gab er sich als Autor und seinem Projekt den Namen "Zambi" - das sollte ein bisschen nach Italo-Disco klingen. Eingespielt hatte er die Nummer mit renommierten Studio-Musikern wie Keith Forsey und Gary Unwin, einem Damenchor - und das brummelnd-männliche "Do You Wanna Bump" besorgte er gleich selbst.
Beim Projektnamen entschied er sich dann aber doch für "Boney M." statt für Zambi - und als der zweite Song "Daddy Cool", diesmal von Farian unter eigenen Namen geschrieben, ein Hit wurde, musste auch eine Gruppe her. Der Rest ist schon fast "Legende": Zu Sängerin
Liz Mitchell, die als einzige wirklich mit im Studio war, versammelte er weitere Tänzerinnen sowie den männlichen "Blickfang"
Bobby Farrell. "Boney M." hatte ein Gesicht, hatte Erfolg - und bald musste auch das erste Album her.
Dieses enthält zur Hälfte Farian'sche Eigenkompositionen - nämlich genau vier Stück - und zur anderen Hälfte Cover-Versionen. Diese waren aber von Stefan Klinkammer, der sich hier auch ganz international "Steven Hammer" nannte, so geschickt und mit vielen Streichern in ein aktuelles Gewand gesteckt, dass sie wieder wie neu wirkten.
Bobby Hebbs "Sunny" erlebte so ein Revival sogar in den Single-Charts und stürmte die Discotheken, ähnlich tanzbar wurde
Bob Marleys "No Woman No Cry" (für Reggae-Fans sicher ein Gräuel) oder
Peggy Lees "Fever". Der Titelsong des Albums, "Take The Heat Off Me", stammte aus der Feder des italienischen Hitautoren Giancarlo Bigazzi.