Je mehr sich "Boney M." vom Image einer Disco-Truppe entfernten, um so mehr ließ der Erfolg nach. "El Lute" vom 1979er Album
"Oceans Of Fantasy", in Deutschland immerhin noch eine Nr. 1, kam in Großbritannien nicht einmal mehr in die Top Ten - obwohl man es dort mit "Gotta Go Home" als Doppel-A-Seiten-Titel veröffentlichte, da man diesen Song international für zugkräftiger hielt. 1980 war dann das erste Jahr, in dem kein Album der Gruppe erschien: "I See A Boat(On The River"), "Children Of Paradise" und "Felicidad" erreichten aber immerhin in den Single-Charts gute Platzierungen, die aber an die frühen Erfolge nicht annähernd herankamen.
Im Sommer 1981 erschien dann eine Farian'sche Neubearbeitung des Traditionals "Malaika" als Vorbote des fünften Albums "Boonoonoonoos", das dann Ende des Jahres mit der Single "We Kill The World" und einem großen Fernsehauftritt in "Blacky" Fuchsbergers "Auf los geht's los" eine neue "Boney M."-Ära einläuten sollte: Anspruchsvoller war das ganze angelegt, die Gruppe als Kunstobjekt, auf dem Cover sieht man nur die Schatten vor einer überdimensionalen Sonne und auch textlich war "We Kill The World" eigentlich so gar keine Mittanz-Nummer.
Der Image-Wandel misslang: "We Kill The World" blieb (außer dem Vorab "Malaika") die einzige Single vom Album, die die deutschen Charts erreichte. Auffallend war, dass die meisten Nummern des Longplayers nun die üblichen drei bis maximal vier Minuten für einen Popsong deutlich überschritten. "Silly Confusion" beispielsweise dauerte über sieben Minuten, "We Kill The World" in der Albumfassung sechseinhalb. Etwas Besonderes gelang Farian bei "Homeland Africa": er schrieb den Song zusammen mit Kenny Gamble und Leon Huff, die mit Songs wie "When Will I See You Again", "Don't Leave Me This Way" oder "Only The Strong Survive" den "Philly Sound" prägten, wenn nicht erfanden – jeden Sound, an den sich "Boney M." auf ihren ersten Alben anlehnten.
Cover-Versionen gab es auch wieder, diesmal von
Sue Thompsons "Sad Movies",
Mike Batts "Ride To Agadir" (auch hier mit einem schönen A-Cappella-Intro und danach dem "
London Philharmonic Orchestra") und
Van Morrisons "I Shall Sing", das aber mit dem Titelsong "Boonoonoonoos" und dem Nachfolgemedley "That's Boonoonoonoos" ziemlich vermatscht wird. Wahrscheinlich wollte Farian mit diesem neuen Kunstwort am liebsten direkt einen neuen danach benannten Trend kreieren. Stattdessen leitete das "Boonoonoonoos"-Album eine längere Durststrecke und dreijährige Album-Pause für "Boney M." ein.