Das vierte "Boney M." Album setzte einen kleinen Wandel fort: Nachdem der Vorgänger "Nightlight To Venus" ja noch vor allem spacige Sound enthielt, ging es nun endgültig weg von der "Disco-isierung" der Mit-1970er Jahre, hin zu einem mehr "karibisch" geprägten Image. Der Erfolg von "Rivers Of Babylon" mag da den Ausschlag gegeben haben, dass es besser wäre, der in und um Frankfurt produzierten Truppe ein mehr internationales Flair zu geben.
Das zeigte sich auch schon daran, dass auf "Oceans Of Fantasy" nur noch zwei der berüchtigten Cover-Versionen vertreten waren - allerdings auch wieder von Songs, die man im Original einer deutschen Disco-Truppe nicht unbedingt erwartet hätte: "Hold On, I'm Coming" kam im Original von
Sam + Dave (in der "Boney M."-Version übernahme "
Eruption"-Sängerin
Precious Wilson die Guest Vocals) und "Two Of Us" schrieben
John Lennon und
Paul McCartney für das "Let It Be"-Album der "
Beatles". Der Rest des Albums stammte vorwiegend aus der Feder von
Frank Farian, der auch mehr denn je als männliche Stimmte der Band präsent war. Bemerkenswert sind zwei "Nicht-Farian"-Songs: "Ribbons Of Blue", von Keyboarder Keith Forsey, das nach knapp zwei Minuten plötzlich ausgeblendet wird (warum auch immer ... – die "lange" Version gab es damals nur als B-Seite der Single " Hooray! Hooray! It's A Holi-Holiday) und der Opener "Let It All Be Music" und der "Calendar Song", zu denen der renommierte österreichische Dirigent Christian Kolonovits ausgerechnet den
Text beisteuerte.
Auf dem Album leistete man sich den Luxus, die vorab erschienene Hit-Single "Hooray! Hooray! It's A Holi-Holiday", die immerhin Platz 3 in Großbritannien und Platz 4 in Deutschland erreicht hatte, einfach wegzulassen. Dafür erschien als erste Single die Ballade "El Lute" über den spanischen Freiheitskämpfer Eleuterio Sanchez - ein damals eigentlich noch hoch aktuelles Thema, denn nach dem Ende des Franco-Regimes in Spanien wurde "El Lute" zwar nicht mehr verfolgt, eine Amnestie wurde aber erst 1981, zwei Jahre nach der Hit-Single ausgesprochen. Eine weitere Auskopplung war das ebenfalls getragene "I'm Born Again", eher "Boney M-untypisch", dafür kam hier die Stimme von
Liz Mitchell besser zur Geltung. Die Single wurde allerdings nur in Deutschland ein Top Ten-Hit - in Großbritannien, wo "Boney M." bis dahin auch sehr erfolgreich waren, leitete sie eher das Ende der Chart-Karriere ein...