16 Jahre ist es her, dass die "Fantastischen Vier" ihr erstes Album veröffentlichten, fast 15 Jahre, seit sie mit "Die da" deutschen Hip-Hop salonfähig machten. Inzwischen sind sie (fast) alle Solo-Projekten nachgegangen, haben ihr eigenes Label "Four Music" - und legen nun mit "Fornika" ihr siebtes Studio-Album vor. Eins fällt sofort auf: Die Songs wirken noch ein bisschen gereifter. Die "Fantas" sind auch keine HipHop-Puristen (mehr). Das zeigt schon die erste Single "Ernten, was wir säen", die teilweise etwas rockig daher kam. Die "Fanta"-Fans scheint dies zu spalten, der Titel blieb noch vor den Top Ten der Simgle-Charts stehen.
Aber die musikalische Veränderung macht die "Fantastischen Vier" authentisch: Sie sind eben keine Mitt-20er mehr wie bei ihrem ersten Album, sondern gehen alle stark auf die 40 zu. Auch die Texte sind noch ein bisschen aussagekräftiger worden und heben sich wohltuend vom allgemeinen Hip-Hop-Einheits-Gedisse ab - auch sprachlich. "Was bleibt" ist zum Beispiel ein Abschieds- oder Liebeslied, das unter die Haus geht. Es ist auch einer von zwei Tracks, wo die Vier prominente Unterstützung bekommen:
Max Herre, selbst beim Label der Stuttgarter unter Vertrag, sorgt für die Gastvocals beim Refrain, beim Song "Einfach sein" übernimmt diesen Job
Herbert Grönemeyer.
Schön, dass bei aller "Ernsthaftigkeit" doch noch Zeit für Blödeleien und Wortspiele ist. So wie in "Nikki war nie weg", wo man sich in der ersten Strophe heftig an
Falcos "Rock Me Amadeus" anlehnt (erstaunlich, dass kein Credit an die Originalautoren
Bolland + Bolland vergeben wurde), in der zweiten die "Neue Deutsche Welle" streift und in Strophe Drei andeutet, wie HipHop klänge, wenn die "Fantastischen Vier" sich auf das Niveau vieler Kollegen begäben. Gut, dass sie es nicht tun...