In den 1960er Jahren schaffte es der Berliner Jazz-Pianist
Eugen Cicero mit seinen Instrumental-Alben sogar in die Pop-Charts - ein Kunststück, dass seinem Sohn Roger rund 40 Jahre später mit seiner ersten deutschsprachigen Pop-Jazz Veröffentlichung ebenfalls gelang. Die Mischung, die er auf "Männersachen" anbietet, ist zwar nicht revolutionär, aber selten - in Zeiten, in denen viele Sänger (vorwiegend amerikanische) Swing-Traditionals in Big Band-Besetzung covern, setzt Cicero vorwiegend auf eigene Songs. Na ja, "ganz eigen" sind sie wiederum nicht, die Texte stammen alle aus der Feder von Frank Ramond, der zusammen mit Matthias Hass, der auch hier für die meisten Kompositionen sorgte, schon
Annett Louisan zum Durchbruch verhalf.
Aber das soll dem Album keinen Abbruch tun: "Männersachen" wirkt wie aus einem Guss. Die Melodien sind in wunderschön swingende Big Band-Arrangements gekleidet, Rogers Stimme liegt als Sahnehäubchen obendrauf und die Texte sind frech und originell. Herausragend originell ist hier beispielsweise der Text zu "Wenn sie dich fragt", einfühlsam der "Fachmann in Sachen Anna". Manch anderer wäre für Texte wie "Zieh die Schuhe aus" (gleichzeitig die erste Single-Auskopplung) oder "Kein Mann für eine Frau" nahezu gesteinigt worden. Roger Cicero schafft es, den Macho so zu geben, dass selbst die meisten weiblichen Fans ihn noch sympathisch finden.
Mit einer Cover-Version zollte er dann doch "Swing Meister" Frank Sinatra Tribut: "Schieß mich doch zum Mond" ist die Eindeutschung des Klassikers "Fly Me To The Moon". Und gerade bei der Nummer fällt auf, dass sie sich nahtlos in die anderen Songs einreiht - was sicher für die Qualität des Ramond'schen Swings "Made In Germany" spricht...
Schon wenige Monate nach Veröffentlichung erschien das Album übrigens in zwei weiteren Versionen: Als Platin-Edition mit drei Live-Tracks und Anfang 2007 als "New Version" mit dem deutschen Grand Prix-Beitrag "Frauen regier'n die Welt" als zusätzlichem Track.