Nun also Soul - bis auf zwei Songs, die sie selbst mit-geschrieben hat (den Titelsong "Soulicious" und "Soothe My Soul") präsentiert Sarah Connor auf ihrem sechsten Album (inklusive Weihnachts-CD), ausschließlich Cover-Versionen - Soul-Klassiker oder was sie dafür hält.Gleich der erste Song, "The Impossible Dream", gleichzeitig die erste Single-Auskopplung und Titelmusik der Box-Revance Henry Maske gegen Virgil Hill, hat nun mal mit Soulmusik reichlich wenig zu tun. Der Song stammt aus dem Musical "Der Mann von La Mancha" und wurde von
Roger Whittaker genau so gesungen wie von
Jacques Brel - von und für Sarah Connor ist es nur eine Ballade mehr, mit Soul hat das eh wenig zu tun.
Auch "Son-Of-A-Preacher-Man", der wohl bekannteste Hit von
Dusty Springfield hat wohl allenfalls in der Rhythmik Soul-Wurzeln. Eindeutiger ist da die Zuordnung schon bei
Stevie Wonders "If It's Magic",
Marvin Gayes "Sexual Healing" oder "Your Precious Love", das sie - der modernen Studio-Technik sei Dank - gleich mit Gaye im Duett singt. Produziert haben das Album Sarahs Stamm-Produzenten Rob Tyger und Kay D., denen sicherlich eine solide Pop-Produktion gelungen ist, aber als Soul geht das ganze dann doch noch nicht durch.
Dafür ist vielleicht auch die Stimme von Sarah Connor nicht unbedingt geeignet - die Stimme trägt zweifelsfrei und schmachtet sich auch kräftig durch alle Balladen - für Soul-Musik würde man dann aber doch etwas "raueres" in der Stimme erwarten; was hier fehlt. Auf die Frage, warum sie denn nun ein "Soul"-Album aufgenommen hatte, antwortete Sarah Connor, sie wolle diese Musik, die sie so sehr liebe und mit der sie selbst aufgewachsen sei, nun auch ihren Fans näher bringen - zumindest dieses Ziel könnte sie mit diesem Album erreicht haben.