"Gewöhnungsbedürftig" ist vielleicht noch die vorsichtigste Umschreibung für Nicos meist auf einem Ton verharrenden Gesangs-Stil, insbesondere auf diesem vierten Solo-Album, das wohl ihr "düsterstes" geworden ist und von der Schallplattenfirma provokativ mit dem Spruch "Warum Selbstmord machen, wenn sie diese Platte kaufen können?" beworben wurde. Geschrieben hat sie diesmal fast alle Songs selbst - hinzu kommen eine sehr eindringliche und minimalistische Version des "
Doors"-Klassikers "The End" (vielleicht nahe liegend, da "Doors"-Mitglied Phil Manzanera auch auf diesem Album Gitarre spielte und das "Lied der Deutschen" bekanntlich eine Komposition von Joseph Haydn.
An diesem Song schieden sich dann auch die Geister - weniger von der Interpretation, als dass Nico alle drei Strophen des Stückes sang und in der dritten, der deutschen Nationalhymne, dann auch noch einen Textfehler hatte. Die eigenen Songs werden vom Harmonium, dass sie auch selbst spielt, dominiert, hinzu kommen ein paar experimentelle Synthesizer-Effekte von
Brian Eno, die beispielsweise am Ende von "Innocent And Vain" ganz schön an den Nerven zerren. Den Song "You Forgot To Answer" schrieb Nico angeblich in Erinnerung an die Situation, als sie ihren Ex-Freund
Jim Morrison telefonisch erreichen wollte und er nicht dran ging - da er zu diesem Zeitpunkt bereits tot war.
Produziert wurde "The End" wie die Vorgänger von John Cale, den Nico in ihrer Zeit bei "
Velvet Underground" kennen und schätzen lernte.