Gerade am Anfang seiner Karriere war Elton John in einem wahren Schaffensrausch: "Madman Across The Water" war sein viertes Album in gut zwei Jahren oder sogar das fünfte, wenn man den Film-Soundtrack zu "Friends" mitzählt. Und nach "Tumbleweed Connection" war "Madman Across The Water" sogar schon das zweite Album im Jahr 1971. Da wundert es kaum, dass zum Beispiel der Titelsong eigentlich schon für "Tumbleweed Connection" vorgesehen war (und auf der 1995 erschienen "Remastered Edition" von "Tumbleweed Connection" auch enthalten ist), dann aber kurzerhand überarbeitet und auf den Nachfolger verschoben wurde - dauerte ja nicht lange...
Qualitativ macht sich die Vielschreiberei keineswegs bemerkbar: Die acht Songs des Album (plus dem "Shorty" "Goodybe" als neunter Track) sind allesamt ausgereifte Pop-Songs, auch von überdurchschnittlicher Länge um die fünf Minuten, entstanden in Zusammenarbeit zwischen Elton und seinem Texter
Bernie Taupin. Die Songs wirken sehr ausgewogen, kein Track sticht besonders hervor, vielleicht mit Ausnahme des Openers "Tiny Dancer", der neben "Levon" auch eine der beiden Single-Auskopplungen aus dem Album war. Überraschend war, wie unterschiedlich das Album aufgenommen wurde: Während es in den USA den Chart-Standard der ersten Alben erreichte und bis Platz 8 kam, blieb es in Eltons britischer Heimat auf einem enttäuschenden Platz 41 hängen...
"Namensgeber" für "Levon" war übrigens Levon Helm, der Drummer von "
The Band", damals angabegemäß die Lieblingsgruppe von Elton John und Bernie Taupin. Und noch ein Nebenaspekt: Bei einigen Songs dieses Albums saß Rick Wakeman, später einer der Köpfe von "
Yes" an den Keyboards.