Kaum verlief die Karriere eines Schlagersängers so kurios wie die von Wolfgang Remling alias Wolfgang Petry. Mitte der 1970er Jahre wurde der Kölner vom Produzenten Tony Hendrik entdeckt. Gleich mit seiner ersten Single "Sommer in der Stadt", die Hendrik schrieb und die in einer Neuaufnahme auch auf "Alles" vertreten ist, landete er seinen ersten Hit, einen Platz 12 in Deutschland. Weitere Hits wie "Der Himmel brennt" oder "Wahnsinn", sowie die "
Secret Service"-Coverversionen "Ganz oder gar nicht" und "Jessica" folgten. Dann trennte sich Petry 1983 von Hendrik und wollte seine Karriere selbst in die Hand nehmen.
Petry schrieb und produzierte für andere von den "
Bläck Fööss" bis
Mireille Mathieu, auf seinen eigenen Platten arbeitete er mit Kollegen wie
Stefan Waggershausen und
Achim Reichel zusammen – der Erfolg wollte sich aber nicht mehr einstellen. 1992 wechselte er zurück zu seiner "alten" Plattenfirma, holte sich mit Helmuth Rüßmann, ehemaliges Mitglied der "
Lords\", einen neuen Produzenten und bekam von Autor Jürgen Dönges alias "Jean-Pierre Valance", der schon für
Jürgen Drews 1989 den Comeback-Hit "Irgendwann, irgendwo, irgendwie" geschrieben hatte, einen Song angeboten, der sein Comeback werden sollte: "Verlieben, verloren, vergessen verzeih'n".
Aus den vier Alben, die er von 1992 bis 1995 mit neuem Team aufgenommen hatte, besteht vorzugsweise auch das Repertoire dieses "Best of"s. Bei den vielen Songs hört man übrigens die Musiker der "Orthopädischen Strümpfe", damals noch die Band von
Guildo Horn. Den Song "Scheißegal" schrieb ihm – unter Pseudonym – niemand anderes als Kollege
G.G. Anderson. Hinzu kommen sieben Neuaufnahmen von alten Hits – sowie eine neue Version des Songs "Nur ein kleines Stück Papier"
Ein Schachzug gelang der Plattenfirma noch am Rande: Da es keinen neuen Song auf dem Album gab, konnte man zunächst auch keine Single-Auskopplung. Man behalf sich mit der "Längsten Single der Welt", einem Hitmix aus einigen Songs des Albums, die parallel zum Album erschien und sich sagenhafte 83 Wochen in den deutschen Single-Charts halten konnte.