Es gibt Alben, da könnte man nahezu jeden Song als Single auskoppeln - "Rosenstolz"'' "Das große Leben" gehört dazu. Schon die erste Single-Auskopplung "Ich bin ich" machte Lust auf mehr - hatte doch Hauptkomponist Peter Plate offensichtlich den Spaß an synthetischen Sounds, die auf den Vorgängern "Macht Liebe" (2002) und teilweise auch noch "Herz" (2004) weitgehend dominierten, wieder verloren und war zum soliden Pop-Rock zurückgekehrt. Allerdings ist das dann auch schon die "fetzigste" Nummer des gesamten Longplays.
Schon der erste Track des Albums, "Nichts von alledem (tut mir leid)" zeigt: Die Stärke des Duos sind weiterhin Rock-Balladen mit starken Texten - auch einmal mit sentimentalen Streichern versetzt wie in "Aus Liebe wollt' ich alles wissen" mit. Unverzichtbar dabei die Stimme von AnNa R., die in leisen Passagen genau so gut zum Tragen kommt wie in den Rock-Songs a la "Ich bin ich".
Ein kleiner Wermutstropfen leider wieder für die "Hardcore-Fans": Wer sich das Album direkt nach Erscheinen gekauft hat, hat nur "die halbe Wahrheit" im CD-Schrank: Zuerst enthielt das Album nämlich "nur" zwölf Tracks - ein paar Monate später wurde eine zweite Auflage nachgeschoben, die insgesamt satte sieben Bonus-Tracks enthielt; neben einer Akkustik-Version von "Ich bin ich" und vier neuen Songs, die bereits als Bonus-Tracks auf den Maxi-Auskopplungen enthalten waren, noch zwei stimmige Cover-Versionen von
Sillys "Wo bist du" und
Udo Lindenbergs "Horizont".