Neun Jahre nach seinem vorerst endgültig letzten deutschsprachigen Album legt Jan Gerrit Bob Arend Leverman alias "Robert Long" 2004 wieder ein deutschsprachiges Album vor - das leider sein letztes werden sollte. In den Niederlanden war das Album als "Lang genoeg jong" bereits 1999 erschienen, die Eindeutschung der Texte übernahm wie bei den sieben deutschsprachigen Vorgängern Dr. Michael Kunze, der es auch hier wieder schafft, die Texte nicht nur 1:1 ins Deutsche zu übertragen, sondern sie auch zu eigenständigen Versen werden zu lassen.
Wie auf den meisten seiner Alben beschäftigt sich Long auch auf diesem Album in mehreren Texten mit der Homosexualität - der Fast-Zwei-Meter-Mann war von Anfang an einer der Künstler, die sich offen zur Gleichgeschlechtlichkeit bekannten und der im Jahre 2005 dann auch seinen langjährigen Lebensgefährten heiratet. Auf "Lange genug jung" thematisiert er dies insbesondere in "Warum - Darum" - und mit einem Augenzwinkern auch in der Nonsens-Nummer "Wumbadie", in der er karikiert, dass man von ihm immer nur all zu ernste Texte "mit Botschaft" erwartete.
Musikalisch ist das Ganze leider etwas "Gewöhnungsbedürftig" - vielleicht ein Grund, warum Long in Deutschland nie ganz in die Phalanx anderer Liedermacher wie
Reinhard Mey,
Klaus Hoffmann,
Stephan Sulke oder
Hermann van Veen einbrechen konnte: In der Instrumentierung setzte er immer schon gerne auf Blechbläser - was gerade im Zeitalter der doch synthetischeren Produktionen leicht einen Touch von Volksmusik bekommt.
Die Highlights sind somit zweifellos die Texte - hier seien beispielhaft der Titelsong, eine Abrechnung mit dem Jugendwahn, das im Nachhinein wohl fast autobiografische "Der Sensenmann" oder "Alles zu Geld" genannt. Als Bonus-Track gibt es am Ende des Albums noch einmal "Feste Jungs" - wohl der Song, den in Deutschland die meisten von Robert Long kennen...