Wenn man die "Best Of"- und Akustik-Alben außer Acht lässt, ist "Männer sind Krieger" das 12. Album von Matthias Reim, der sich seit seinem Plattenfirmenwechsel 2000 nur noch "Reim" nennt. Seine Karriere begann märchenhaft mit der Single "Verdammt, ich lieb dich", dem Album "Reim" - kam aber schon zwei Jahre später ins Stocken. Mit dem Firmenwechsel kam dann auch ein neues Team - Reim schreibt seine Songs heute meist zusammen mit Joachim Horn-Bernges. Der ist zwar nicht unbedingt als "Edel-Rocker" bekannt, beliefert er doch auch
Claudia Jung,
Bernhard Brink oder fast 30 Jahre lang
Howard Carpendale mit Hits, aber seine Texte waren immer ehrlich und erdig - und passen zu Reim.
Auch wenn Reim sich selbst gerne als "Rocker" sieht (Zitat aus dem Booklet "Wir rocken weiter bis wir tot umfallen") ist er sicher kein Rocker in Reinkultur. Vielmehr hat er sich in einer Nische zwischen Schlager, Pop und Rock im deutschsprachigen Segment etabliert und inzwischen sicherlich einen noch höheren Stellenwert als bei seinem Sensationsdebüt vor 17 Jahren. So beginnt auch "Männer sind Krieger" mit dem eher bombastisch arrangierten Titelsong, auch wenn das gefühlte Orchester eher aus dem Computer kommt. Der Rest des Album verfolgt weiterhin diesen Weg: Opulente Rockballaden, Uptempo-Nummerm mit eingängigen Melodien - und die Stimme von Reim, die heute viel rauer und griffiger klingt als am Anfang seiner Karriere. Persönlicher Anspieltipp: "Erdbeeren im Schnee".
Die Produktion des Albums besorgte diesmal Louis Rodriguez, der als Tontechniker von Dieter Bohlen mit dem "
Modern Talking"-Hit "Brother Louie" ein kleines Denkmal bekommen hat. Er brachte wohl auch
Lian Ross mit ins Studio, mit der er Ende der 1980er Jahre ein paar Disco-Hits produzierte und die nun auf "König" mit Matthias Reim im Duett singt.