Warum dieses Album "Jazz" heißt, ist wohl eines der Rätsel der Pop-Musik: "Queen" bleiben ihrem Bombast-Rock treu, Jazz-Elemente sind da kaum auszumachen. Aber auch sonst schienen Image und Verkauf bei diesem Album wichtig zu sein: Ein außergewöhnliches und einprägsames Cover-Design - und der Vinyl-LP lag passend zur Single-Auskopplung "Bicylce Race" ein Poster mit unzähligen "sehr leicht" bekleideten Damen bei...
"Jazz", das die Gruppe im Schweizer Montreux aufnahm, strotzt vor Hits und Klassikern. Dirfekt auf dem ersten Track, dem orientalisch-inspirierten "Mustapha", kann Sänger
Freddie Mercury die ganze Range seiner Stimme unter Beweis stellen. Einen Text sucht man übrigens im Booklet vergeblich - der Text besteht aus mehr oder weniger wahllos phonetisch aneinander gereihten Worten. Danach folgen mit dem von
Brian May geschriebenen "Fat Bottomed Girls" und besagtem "Bicycle Race" die beiden Seiten der ersten Single-Auskopplung. "Jealousy" ist eine Rock-Ballade aus Mercurys Feder, wie sie so auch nur von ihm und "Queen" kommen konnte.
Ab dem sechsten Titel "Let Me Entertain You" wird das Album dann deutlich rockiger - insbesondere auf "Dead On Time" darf Brian May (der diese Nummer auch selbst schrieb) dann auch mal seine Gitarre voll ausfahren. Gegen Ende gibt es dann mit "Don't Stop Me Now" noch einen Song, der zum absoluten "Queen"-Klassiker wurde - aber Jazz vermisst man weiterhin völlig, auch wenn der letzte Song dann "More Of That Jazz" heißt – dahinter verbirgt sich übrigens eine Collage aus mehreren Songs des Albums…