Nachdem "Pur" mit ihrer vierten CD "Unendlich mehr", der ersten, die sie mit
Dieter Falk produziert hatten, erstmals in die deutschen Album-Charts gekommen waren, und sie mit dem 1992er Live-Album zum ersten Mal in die Top Ten kamen, sollte ihnen die sechste Studio-CD "Seiltänzertraum" 1993 den endgültigen Durchbruch bescheren. 128 Wochen hielt sich das Album in den Lonplay-Charts, kam bis auf Platz 2 und bescherte der Band gleich vier Single-Hits.
Die meisten Songs schrieben weiterhin die beiden Köpfe der Band,
Hartmut Engler und Ingo Reidl. Eine Ausnahme bildet auf diesem Album "Der Mann am Fenster" – hier vertonten sie einen Text, den
Reinhard Mey für sie schrieb. Obwohl "Hör gut zu" der größte Single-Erfolg des Albums wurde (was wohl auch daran lag, dass es die Vorab-Auskopplung zum Album war), ist "Indianer" bis heute einer der bekanntesten Songs der Band.
Auf "Seiltänzertraum" wirkt die Gesellschaftskritik, die später als "Möchtegern-Betroffenheits-Lyrik" oft abqualifiziert wurde noch glaubhaft und authentisch. Falk hatte es geschafft der Rock-Band einen kommerziellen Gitarren-Pop-Rock-Sound zu verpassen.
Auch wieder dabei ist "Kowalski" (Teil 4), ein Song, der auf das Original "Kowalski" aus dem 1988er Album "Wie im Film" zurückgeht. Bis 1998 gab es auf jedem Studio-Album danach eine kleine Reminiszenz an den Anti-Helden, auf "Mächtig viel Theater" erschien dann mit "Kowalksi 6" der (bislang) letzte Teil.