Knapp vier Jahre hat die Pause der "No Angels" gedauert - bzw. die Trennung vor der Wiedervereinigung. So richtig geschafft hat es solo keine, am ehesten noch
Sandy, die immerhin zwei Top Ten-Hits landen konnte. Sowohl
Nadja Benaissa mit ihrem anspruchsvollen deutschsprachigen Soloprojekt,
Jess mit zunächst englischen, dann auch deutschsprachigen Nummern und auch Lucy Diakovska alias "
Luylicious" blieben hinter den Erwartungen zurück - da schien es fast logisch wieder die Kraft der Marke "No Angels" zu nutzen. Nur Vanessa entschloss sich, beim Comeback gar nicht mehr dabei zu sein.
Im Unterschied zu den vorherigen Alben, wo doch meistens deutsche Autoren und Produzenten die Titel schrieben und umsetzten, bediente man sich diesmal einer internationalen, recht illustren Mischung. Sowohl
Steve Mac, der maßgeblich für den Erfolg von "
Westlife" verantwortlich zeichnet als auch
Jörgen Elofsson einer der erfolgreichsten schwedischen Songwirter, der u.a.
Britney Spears, "
Il Divo" und
Gareth Gates schon mit Hits beliefert sind vertreten - und auch Max Martin, der inzwischen mit
Bon Jovi arbeitet war mit von der Partie. Viele Instrumental-Playbacks wurden denn auch in Schweden aufgenommen, die Gesangsaufnahmen fanden jedoch allesamt in Köln statt.
Leider ist das Ergebnis dann aber doch eher gepflegte Langeweile: Edle Produktionen zwischen Rhythm'n' Blues und Pop, aber zumeist ohne eingängige Melodien und ohne, dass sich die zweifellos ausgebildeten und ausgeprägten Stimmen der vier Engel einmal richtig entfalten konnte. Man wollte sich vom typischen "Girlgroup"-Klischee verabschieden - hat aber wohl unterwegs auch einiges an Hit-Potenzial liegen lassen...