27 Jahre ist die "Münchener Freiheit" nun im Geschäft, eine der wenigen Bands, die ein genaues Datum ihrer Gründung angibt, den 4. Oktober 1980. Und wer sich nach ihren ersten Erfolgen mit "Oh Baby" und "Ohne dich" in der ersten Hälfte der 1980er Jahre hätte einfrieren lassen, würde die Band auch heute, 20 Jahr später, noch zweifelsfrei wieder erkennen: Harmonischer Satzgesang, getragen von der leicht nasalen Stimme Stefan Zauners, und schmuseweiche Klangteppiche, die leider vorwiegend aus dem Synthesizer kommen. Daran hat sich auch auf "XVII" nichts geändert. Die "Münchener Freiheit" ist und bleibt eben einen Konstante im deutschen Musikgeschäft, im Grenzbereich zwischen Pop und Schlage
Die "Münchener Freiheit" ist und bleibt eben einen Konstante im deutschen Musikgeschäft, im Grenzbereich zwischen Pop und Schlager. Eins hat sich allerdings über all die Jahre geändert: Schrieben am Anfang Sänger Stefan Zauner und Gitarrist Aron Strobel fast alle Songs gemeinschaftlich, ist es seit einigen Jahren Zauner, der den Löwenanteil der Songs beisteuert. Auf dem aktuellen Album ist Strobel lediglich auf einem Track ("Mein schwerster Fall") als Komponist beteiligt. Ansonsten "darf jeder mal" - lediglich ein Song, die erste Single Auskopplung "Nichts ist wie du", stammt von außerhalb der Band, Alfred Dübell und Stefan Kahe schrieben die Nummer zusammen mit Stefan Zauner - die beiden sitzen eigentlich im Background ihrer Plattenfirma.
Ansonsten enthält "XVII" vorwiegend seichten Popschlager, erst bei Track 8, "Bis ans Ende der Welt", einer Nummer von Bassist Michael Kunzi, hat man das Gefühl, einmal etwas flottere Sounds hören zu dürfen. "Vielleicht" beginnt, als wolle ihr größter Hit "Ohne dich" eine Fortsetzung finden und die Schlussnummer "Hier und überall" ist (synthetisch) so opulent arrangiert, dass man an "So lang man Träume noch leben kann" erinnert wird. Aber die Fangruppe der "Münchener Freiheit" dürfte mit dieser Mischung wohl voll zufrieden sein. Etwas merkwürdig: Der Albumtitel "XVII" soll darauf hinweisen, dass es ihr 17. Album sei - nach unseren Zählungen kommen wir, wenn man das Remake-Album "Zeitmaschine" mitzählt, auf 15 Studio-Alben und ein Live-Album. Nach 27 Jahren darf man sich vielleicht auch mal verzählen...