Nach einigen gesundheitlichen Problemen und der Ankündigung, eigentlich nie wieder auf die Bühne zu wollen, kam Michelle Anfang 2005 mit dem Album "Leben" zurück in die oberen Regionen der Charts. Anfang 2006 machte sie einen Ausflug in die Disco-Musik als ihr Alter Ego
Tanja Thomas und bereits ein halbes Jahr später überrascht sie mit einem neuen "Michelle"-Album: "Glas". Bei Veröffentlichung war noch nicht abzusehen, dass die gesundheitlichen Probleme wohl weiter bestanden und es zunächst einmal ihr letztes Album sein sollte.
Alle Songs stammen diesmal aus der Feder von Andreas Baertels, der für den Vorgänger "Leben" bereits die erste Single-Auskopplung, die Ballade "Fliegen" schrieb. Auf "Glas" reiht sich nun Ballade an Ballade - erst auf Titel 6, "Vergiss meinen Namen" nimmt Michelle zum ersten Mal Tempo auf - um danach zu weiteren Balladen überzugehen. Die einzige Nummer, die hier aus dem Rahmen fällt, ist der letzte Track, "Gute Zeit", eine Akustik-Pop-Nummer - zu dem Michelle auch den Text selbst mit-schrieb.
Ansonsten stammen die meisten Worte zwar auch aus Baertels Feder - allerdings merkt man den autobiographischen Touch, den Michelle sich geben will. Insbesondere "Halla, Tanja" beschäftigt sich mit dem Zwiespalt zwischen der privaten Tanja Oberloher und der Bühnenperson "Michelle", der - wenn man den Medienberichten glauben darf - auch zu Michelles Krise führte. Genau so ehrlich wirken "Wo ich herkomm'" und "Gute Zeit", allerdings wunderte man sich schon, dass Michelle schon so kurz nach ihrer Lebenskrise wieder so gefestigt ist, dass sie das ganze in Songs verarbeiten kann. Wie sich später herausstellte, war sie das wohl auch noch nicht wirklich...