Begonnen hat Michael Bolton seine Karriere als Songschreiber u.a. für
Laura Branigan. Seitdem er aber Ende der 1980er Jahre auch den Durchbruch als Interpret geschafft hat, versucht er sich mit welchselndem Erfolg und in wechselnden Kategorien. In den 1990ern hatte er mit "Timeless - The Classics" einen Erfolg mit Evergeens, 1998 übernahm er sich an einem Opern-Album ("My Secret Passion") doch ziemlich. Nachdem er 2002) mit "Only A Woman Like You" einen erfolglosen Versuch startete, wieder mit "normalen" Pop-Songs zu punkten und 2003 mit "Vintage" Cover-Versionen der 1950er und 1960er Jahre aufnahm, folgen nun seine Versionen von
Frank Sinatra-Klassikern.
"Warum nun gerade Sinatra" bleibt dem Zuhörer erst einmal verborgen. Wahrscheinlich hat er Spaß an Swing-Musik - allerdings hätte ihm bewusst sein sollen, dass seine Stimme so ziemlich wenig mit "Ol' Blue Eyes" gemeinsam hat. Eher rau und brüchig manövriert er sich durch die zwölf Songs und hat sich ausgerechnet als Opener mit "You Go To My Head" einen eher unbekannteren Song ausgesucht, wo die Freude über das Wiederhören die stimmlichen Schwächen hätte verdecken können. Bei "Fly Me To The Moon" wird das schon besser - aber spätestens bei "That's Life" fällt dann auf, dass Bolton auch recht wenig Ausdruck in die Songs legen kann.
Da helfen dann auch die swingenden Arrangements und die solide Produktion nichts. Die besorgte übrigens der Deutsche Alex Christensen (alias "
U 96"), der sich mit der
Paul Anka-Produktion "Rock Swings" (2005) für dieses Genre empfahl. Allerdings hatte dann der gute Anka auch eine andere stimmliche Basis...