Als 2003 "The Soul Sessions", das erste Album von Joss Stone erschien, war die Britin gerade mal 16 Jahre und alle Welt staunte, welch ausgereifte Soulstimme in ihrem nicht unansehnlichen Körper schlummerte. Nur ein Jahr später veröffentlichte sie mit "Mind, Body And Soul" bereits den zweiten Longplayer, der jedoch im Gegensatz zum Erstling statt Cover-Versionen eigene Songs enthielt. Beide Alben kamen in Deutschland in die Top Ten der Album-Charts (??) und für beide gab es eine "Goldene Schallplatte".
Für das dritte Wertk "Introducing Joss Stone" ließ sie sich nunmehr knapp drei Jahre Zeit. Sie tat sich dabei mit dem Produzenten
Raphael Saadiq zusammen, der in den USA als Wegbereiter des "Neo Soul" gilt und bereits in den späten 1980er Jahren mit seiner Band "
Tony! Toni! Tone!" einige Hits in den USA hatte - das lässt befürchten, dass sie sich weiterentwickeln will und vielleicht einen kommerziellen Stil anschlägt, der sie auch in den USA erfolgreich macht...? Mitnichten - "Introducing Joss Stone" ist sicherlich eine Weiterentwicklung, aber Stone bleibt trotz aller produktionstechnischen Mätzchen ihrem Stil treu: Ihre Musik ist Soul-Musik transferiert in das neue Jahrtausend.
An den meisten Songs hat sie wieder selbst mitgeschrieben, teilweise werden recht mutig Samples eingestreut, wie in "Music", wo die "
Fugees" mit einem Sample von "The Mask" zu Ehren kommen und
Lauryn Hill auch quasi live mitsingt. Aber auch die wohl bekannteste und erfolgreichste US-Songwriterin Diane Warren durfte mit "Bruised But Not Broken" einen Song beisteuern - sicher eine sehr kommerzielle Nummer, die sich aber durch Stones Interpretation nahtlos in das gesamte Album einfügt.