Drei Jahre hat sich Joe Cocker diesmal Zeit gelassen, ehe er nach "Heart And Soul" sein neues Album "Hymn For My Soul" veröffentlichte. Zwei Dinge wird der inzwischen 62-jährihe wohl definitiv nicht mehr lernen: Tanzen und Songschreiben. Ersteres ist aufgrund seiner getragenen Soul- und Blues-Musik auch gar nicht zwingend nötig - und Zweiteres auch nicht, solange Cocker und seine Produzenten und Berater so erfolgreich im Repertoire anderer wildern.
Als Produzent setzt er diesmal erstmals auf den jungen Ethan Johns, der schon u.a. mit
Ryan Adams arbeitete - witzigerweise war dessen Vater Glyn Johns ausgerechnet der Touringenieur bei Cockers legendärem Live-Album "Mad Dogs And Englishmen". Der Produktion merkt man an, dass Johns Cocker kennt und liebt: Er lässt seine Stimme immer im Vordergrund und setzt dahinter einen brilliant-klaren, zeitlosen Sound. Auch bei der Auswahl der Musiker nahm man "nur vom feinsten", so ist u.a. Drummer Jim Keltner und Bemont Tench - bekannt vor allem von
Tom Petty + the Heartbreakers dabei.
Bei der Songauswahl verzichtete man diesmal auf bekannte Songs - aber nicht auf bekannte Autoren. So stammt "Beware Of The Darkness" von
George Harrison, "Ring Them Bells" von
Bob Dylan, "You Haven't Done Nothin'" schrieb
Stevie Wonder, das Original zu "Don't Give Up On Me" sang
Solomon Burke und "Long As I Can See the Light" kommt von
John Fogertys "
Creedence Clearwater Revival". Das absolute Highlight des Albums ist allerdings der Titelsong, der seinem "hymnischen" Namen alle Ehre macht und auf den der Zuhörer bis zuletzt warten muss - oder darf. Im Original war der Song übrigens auf dem 2006er Album "Sweet Soulful Music" von
Andy Fairweather-Low, der den Song auch schrieb.