Drei Jahre waren nach dem letzten "Electric Light Orchestra"-Album "Secret Messages" vergangen - "ELO" waren inzwischen nur noch ein Trio, bestehend aus "Mastermind"
Jeff Lynne, Drummer Beff Bevan und Keyboarder Richard Tandy. Es war die Unsicherheit über die musikalische Richtung, die für die lange Pause verantwortlich war: Lynne war es aus den 1970ern gewöhnt für große Orchesterkörper und mit viel Streichern zu arrangieren. Allerdings war so aufwändig produzierte Musik kaum noch live aufführbar und zudem war er selbst der Meinung, sich an den voluminösen Songs etwas überhört zu haben.
"Balance Of Power" mag da ein Kompromiss sein. Das ein oder andere Mal liefern Richard Tandys Synthis einen guten Semi-Streicher-Ersatz, aber das meiste kommt eben aus dem Computer. Trotzdem wirken Titel wie "Calling America", die erste Single-Auskopplung, gewohnt bombastisch. Die Songwriter-Qualitäten von Jeff Lynne, der wieder jede Note und jede Silbe selbst schrieb, sind unbestritten.Allerdings fehlt ihnen in den Computerarrangements etwas die "Seele" - das bemerkte auch Meister Lynne selbst und erklärte wenige Monate nach Veröffentlichung des Albums das Projekt "ELO" für beendet. 14 Jahre später sollte er es anlässlich des 30-jährigen "ELO-Jubiläums" mit dem Album "Zoom" noch einmal wiederbeleben. Zunächst aber widmete sich Lynne ganz dem Songschreiben und Produzieren anderer - und hatte schon in den Folgejahren mit
George Harrison und
Roy Orbison größere Hits als "ELO" es auf diesem vorerst letzten Album zustande brachten...