Auf den ersten Blick könnte man auf die Idee kommen, Curtis Stigers wollte sich nur an einen Trend dranhängen und wie seine Kollegen
Michael Bolton,
Rod Stewart und
Paul Anka nun auch unbedingt ein Album mit Cover-Versionen von Standards auf den Markt bringen. Allerdings drängt sich dieser "Verdacht" nur auf, weil man Curtis Stigers zumindest hierzulande spätestens seit 1999 aus den Augen verloren hat. Sein 1991er Debüt-Album verkaufte weltweit sensationelle Stückzahlen, die Single "I Wonder Why" wurde zum Klassiker - nicht annähernd so gut liefen die beiden Nachfolger 1995 und 1999.
Darufhin besann sich Stigers auf seine Wurzeln: Er ist gelernter Saxophonist und Klarinettist, was man auf seinem Debüt-Album ja auch hören konnte, und kommt vom Jazz. 2002 wechselte er dann zu "Concord Records", ein eher kleine Label im "Universal"-Konzern - und ist nun wieder beim Jazz zu Hause. So ist es denn auch mehr Bar-Atmosphäre, die er verbreitet, wenn er sich beispielsweise über
Bob Dylans "I'll Be Your Baby Tonight" oder
Tom Waits' "San Diego Serenade" hermacht - und es ist gewöhnungsbedürftig, da er doch jeglichen Anflug von "Pop" im Keim zu ersticken versucht.
Hoagy Carmichaels "Stardust" passt da schon eher.
Neben weiteren Nummern von
Paul Simon ("American Tune") und
Randy Newman ("Real Emotional Girl", der letzte Track, der aber dem Album wohl den Namen gab), sind aber auch wieder drei selbst geschriebene Nummern darunter. Gewidmet hat er dieses Album seinem "Freund und Helden", dem im Januar 2007 nach langer Krankheit verstorbenen Saxophonisten
Michael Brecker.