Und obwohl "Chicago" ihren letzten Single Hit bei uns vor über 20 Jahren,1984, hatten und auch seit 1991 nicht mehr in die amerikanischen Single-Charts gekommen sind, sind sie immer noch eine gefragte Live-Band. Ihr letztes Album, die Weihnachts-CD "XXV" liegt auch schon wieder acht Jahre zurück, das letzte Album mit eigenen Pop-Songs, "21" sogar 15 Jahre. Warum dann doch ihr neues Album nicht "26" sondern "30" heißt, liegt einfach daran, dass "Chicago" schon immer auch die "Best Of" und "Live"-Alben in die Zählung mit einbezogen haben und davon gab es in den letzten Jahren reichlich...
Was aber macht nun den "typischen" "Chicago"-Sound aus? Sänger
Peter Ceteramit der markant-hohen Stimme hat die Band ja bereits 1985 verlassen, allerdings wurde mit Bill Champlin (der bereits 1981 eingestiegen war) und Jason Scheff nahezu gleichwertiger Ersatz gefunden. Die Jazz-Eskapaden der Anfangszeit, als die Band sich auch noch "Chicago Transit Authority" nannte (bis zum zweiten Album) sind lange vorbei, aber einen Hang zum Jazz kann man immer noch in den Bläsersätzen hören... Diese Mischung aus einschmeichelnden Melodien mit hohen Harmonie-Stimmen, Bläsersätzen und Jazz-Akzenten - das macht wohl "Chicago" aus und dem bleiben sie auch auf dem neuen Album treu.
Allerdings beginnt das Album etwas untypisch mit der ersten Single-Auskopplung "Free" - übrigens der einzige Song des Albums, an dem kein Band-Mitglied mitschrieb - in der "Single Version" - auf der man gerade die Bläser weggelassen hat. Spätestens ab Titel 2 fühlt man sich dann aber in diesem Album zu Hause und ist bei "Caroline" dann im typischen "Chicago"-Sound angekommen - den man dann auch den Rest des Albums genießen kann. Besonders auffällig ist die sehr transparente Produktion, für die Jay DeMarcus von den "
Rascal Flatts" sorgte.