"Hot Streets" war in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt für "Chicago". Zunächst war es das erste Album, das sie nach dem tragischen Tod von Gitarrist Terry Kath (er starb an einer selbst zugefügten Schussverletzung) mit Nachfolger Donnie Dacus aufnahmen. Es war aber auch das erste Album, das nicht von ihrem großen Förderer James William Guercio produziert wurde, sondern von Phil Ramone, der mit Alben für
Billy Joel,
Barbra Streisand und
Paul Simon einer der angesagtesten Produzenten in den USA war. Formal war es schließlich das erste Album (nach den ersten beiden), das keine Nummer im Titel trug, sondern den simplen Namen "Hot Streets" (intern wird es als "Chicago 12" gezählt.
Musikalisch konnten sich "Chicago" dem Funk- und Disco-Trend der späten 1970er Jahre nicht verschließen - der Opener "Alive Again" ist dafür sicher ein gutes Beispiel, aber auch "Little Miss Lovin'", bei dem die "
Bee Gees", damals die Könige der Disco-Szene, die Background-Vocals übernahmen. Auffallend ist auch, dass alles Songs für "Chicago"-Verhältnisse sehr kurz waren. Besonders zu bemerken ist das bei "Ain't It Time", das mit einer Blende beginnt - so, als hätten die acht Musiker schon eine Minutenlange Jam-Session hinter sich - der Song war übrigens der erste,den das neue Band-Mitglied Donnie Dacus schrieb und auch die Lead-Vocals übernahm.
Ansonsten wird der Sound von "Chicago" nun endgültig von der Stimme von
Peter Cetera dominiert, der auf der Hälfte der Tracks im Vordergrund zu hören ist - Robert Lamm singt auf den anderen Songs den Lead-Part.