Das Risiko, der Newcomer-Band "Chicago" für ihr Debüt-Album
"Chicago Transit Authority" ein Doppel-Album zu bewilligen, hatte sich gelohnt: Das Album wurde so erfolgreich, dass die Band trotz unzähliger Live-Auftritte im folgenden Jahr erneut ins Studio ging - und erneut ein Doppel-Album aufnahm. Die Platte, die man heute unter "Chicago 2" kennt, erschien damals nur als "Chicago" - die Band hatte ihren Namen auf Druck der gleichnamigen Behörde "Transit Authority" verkürzen müssen und daher war es ihr "Debüt-Album unter neuem Namen"..
Auch diesmal nahm man von Anfang an wenig Rücksicht auf Radiotauglichkeit. Es gab diesmal nicht nur "lange" Nummern, sondern direkt zwei Song-Zyklen: Das vorwiegend instrumentale "It Better End Soon", mit vier Sätzen und dem Abschlussstück "Where Do We Go From Here", das als "Chicago"s Statement zum Vietnam-Krieg verstanden wurde, sowie dem von Posaunist James Pankow geschriebenen "Ballet For A Girl in Buchannon". Erstaunlicherweise war es genau dieser Mini-Song-Zyklus, der am Ende mit "Make Me Smile" und "Colour My World" zwei Single-Hits hervorbrachte. Pankow beteuert aber, das ganze eigentlich als 13-minütiges, durchgängiges Stück geschrieben zu haben. Erst Produzent James William Guercio zerlegte es in mehrere Teile.
Für den Rundfunk machte man dann noch einen speziellen Radio Edit von "Make Me Smike" - und die Band hatte ihren ersten Top Ten-Hit in den Single-Charts. Dasselbe gelang ihr mit "25 Or 6 To 4", gesungen von
Peter Cetera, erneut. Über die Bedeutung der Titelzeile haben sich übrigens bereits unzählige Kritiker und Fans den Kopf zerbrochen - von der Band gab es nie ein eindeutiges Statement...