Im dritten Jahr ihrer Schallplattenkarriere das dritte Doppel-Album für "Chicago" - eine reife Leistung, die sie vor allem aber auch der Hartnäckigkeit ihres Produzenten James William Guercio verdanken, der der Plattenfirma "Columbia" ein ums andere Mal erklärte, dass die komplexen musikalischen Strukturen der Band nicht auf radio-taugliche drei oder vier Minuten einzudampfen seien. So enthält "Chicago III" gleich drei "Suiten", Song-Zyklen aus fünf oder sechs Tracks, die man zusammenfasste.
So gibt es die "Travel Suite", die vorwiegend Robert Lamm steht und mit der er u.a. seine Erfahrungen verarbeitete, die er gewann, als er plötzlich fast ständig auf Tour war. Aus dieser "Travel Suite" stammt mit "Free" auch die erste und erfolgreichste Single-Auskopplung aus diesem Album. Gitarrist Terry Kath fasste fünf seiner Stücke als "An Hour In The Shower" zusammen - wer seine experimentellen Songs kennt, weiß, dass das nicht gerade leicht verdaulich ist. Das wurde es dann musikalisch, aber keinesfalls textlich, bei der Suite "Elegy", die vorwiegend James Pankow schrieb und in der er die Zurückdrängung der Natur im Zuge der Industrialisierung anprangerte.
Daneben gibt es noch ein paar "unabhängige" Songs, u.a. das sehr eingängige "What Else Can I Say", eine Komposition von Sänger
Peter Cetera, der Anfang der 1970er Jahre noch nicht
die Rolle bei "Chicago" spielte, die ihm später zukommen sollte. Aus seiner Feder stammte übrigens dann auch "Lowdown", die zweite Single-Auskopplung aus "Chicago III".