Seit dem ersten Album 1995 ging es für die niederländische Band "Blöf" immer ein Stück aufwärts. Ein schwerer Schlag traf die Band 2001, als Schlagzeuger Chris Götte bei einem Motorradunfall ums Leben kam. Von seinem Tod waren auch die Aufnahmen zum fünften Album "Blauwe Ruis" geprägt, das die drei verbliebenen Musiker mit dem neuen Drummer Norman Bonink aufnahmen. Das Album ist wieder eine Spur rockiger als seine Vorgänger - vielleicht auch eine Spur düsterer in der Musik, richtigen "Rock'n' Roll" hört man nur selten durchkommen.
"Dichterbij van ooit" und der Titelsong waren die Single-Auskopplungen, die die niederländischen Single-Charts erreichten - das Album blieb in den Longplay-Charts 90 Wochen lang notiert. Gewidmet ist das ganze Album ihrem Drummer "Chris, seiner Familie und seinen Freunden" - wahrscheinlich auch der Song "Mooie dag" ("Schöner Tag"), eine der ruhigsten Nummern des Albums, in dem sie einen schönen Tag besingen und es erst in der letzten Zeile heißt "was für ein schöner Tag - für den Tod". Vor dem Hintergrund des tragischen Tods von Chris Götte wirkt dieser Song besonders eindringlich. Die Texte aller Songs stammen auf "Blauwe Ruis" wieder von Bassist Peter Slager, als Komponisten zeichnet die gesamte Band (mit Ausnahme des Neu-Mitglied Norman Bonink).
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich das Album in der Sonderauflage mit "Bonus CD" besorgen. Dort gibt es zusätzlich noch die CD "Tussen Nacht en Morgen", auf der "Blöf" ihre größten Hits von 1995 bis 2002 (vier Songs vom neuen Album sind schon dabei) mit dem "Metropole Orkest" in großer Besetzung neu aufgenommen haben - darunter auch ihren wohl größten (Rundfunk-)Hit "Aan de Kust", die heimliche Hymne der Region "Zeland".