Nach dem Überraschungserfolg von "Für usszeschnigge" 1981 hatten die Nachfolgealben "Vun Drinne noh Drusse" und "Zwesche Salzjebäck un Bier" "BAP" endgültig bundesweit etabliert. Mit dem insgesamt sechsten Album der Band, "Ahl Männer, aalglatt", sollte nun der nächste Schritt vollzogen werden. Dafür wurde als Produzent Reinhold Mack engagiert, der u.a. auch "
Queen" produzierte. Der Sound wurde etwas rockiger, vor allem aber "technischer" und
Wolfgang Niedeckens Stimme ist bisweilen so von Hall umgeben nach hinten gemischt, dass man ihn noch schwerer versteht, als bisher schon...
Deutlich wird das vor allem auf dem Opener, "Ahl Männer, aalglatt", eigentlich ein Rock-Stampfer aus der Feder von "Major" Klaus Heuser und Alex Büchel, der aber in diesem Arrangement nicht ganz zünden will. "BAP"-typischer sind dann schon das melodischere "Endlich allein" und die Balladen "Lisa" und "Breef ahn üch zwei". Gegensätzlicher könnten zwei Songs kaum sein, wie die beiden Single-Auskopplungen aus dem Album. Zum einen das rau-rotzige, recht textlastige "Bunte Trümmer" - zum anderen "Time Is Cash - Time Is Money".
Letzterer Song ist der einzige auf dem Album, der nicht von Heuser stammt - sondern von Mack himself komponiert wurde. Eine Reggae-Nummer mit Potenzial zum Radio-Hit ("Zeig doch mal die Bilder"), das er auch weidlich ausnutzte. Das einzige Problem: Niemand verband "BAP" mit dieser Nummer. Weder die "BAP"-Fans, noch die tendenziell jüngeren Single-Käufer. Für die war "BAP" dann allenfalls "die Band mit der witzigen Sommer-Nummer"...